Das richtige Glas


Damit der jeweilige Wein auch zur richtigen Entfaltung kommen kann, bedarf es des passenden Glases. So hat ein gehaltvoller Rotwein andere Ansprüche als ein frischer Weißwein. Folgende Hinweise geben eine grobe Orientierung:

Allgemeine Regeln:

  • unbedingt Gläser mit Sti(e)l und keine Bechergläser verwenden
  • eher dünnwandige Gläser als dicke, plumpe Gläser (=> je edler der Wein, desto „feiner“ das Glas)
  • die Gläser sollten klar, also nicht farbig, und auch frei von Verzierungen oder Schliffen sein, damit auch der optische Eindruck des Weines unverfälscht bleibt
  • die Gläserform ist „bauchig“, d.h. das Glas hat in etwa im unteren Drittel des Kelches die breiteste Stelle und verjüngt sich nach oben hin zur Öffnung wieder etwas, damit die Aromen sich nicht verflüchtigen sondern eher konzentrieren
  • generell gilt: das Weinglas wird nur bis zu seiner breitesten Stelle gefüllt, denn dann entfaltet sich sein Bukett am besten

Weißwein-Gläser:

  • sind schlanker und haben insgesamt weniger Volumen als Rotwein-Gläser, denn Weißweine müssen nicht atmen
  • hier ist es vielmehr wichtig, dass die Weine kühl bleiben und sich nicht zu schnell erwärmen (daher die Gläser auch unbedingt am Stiel und nicht am Kelch anfassen!)
  • für reifere und körperreiche Weißweine kann man auch etwas größere, breitere Gläser verwenden
  • für Rotling und Rosé sind ebenfalls Weißwein-Gläser die richtige Wahl

Rotwein-Gläser:

Sie sind insgesamt etwas größer und auch „bauchiger“ als Weißwein-Gläser, denn Rotwein braucht mehr Oberfläche zum „atmen“. So bekommt er genug Sauerstoff, damit die Aromen sich besser entfalten können


Sekt- / Secco-Gläser:

  • sind schlanker und höher als Weißwein-Gläser, nur so bleibt die typische Spritzigkeit erhalten
  • gut beraten ist, wer auf „Sekt-Schalen“ verzichtet, denn hier geht die Perlage viel zu schnell verloren, ebenso erwärmt sich der Inhalt schneller und die schönen „Perlbläschen“ sind kaum zu sehen
  • Sekt- / Secco-Gläser werden etwas höher gefüllt als klassische Weingläser (bis zu ca. zwei Dritteln des Glases)

Genießer-Tipps zur Glas-Pflege und Aufbewahrung:
Es kommt natürlich nicht nur auf das richtige Glas an, sondern auch auf die angemessene Pflege der Wein-Gläser. Hier ist die Reinigung von Hand zu empfehlen. Wer doch lieber die Spülmaschine für sich arbeiten lässt, sollte einige hilfreiche Punkte beachten…

Die Reinigung von Hand:

  • die Gläser mit warmem Wasser und wenig Spülmittel spülen
  • anschließend mit klarem Wasser die Spülmittelreste sorgfältig entfernen
  • darauf achten, dass die Gläser wirklich „rückstandsfrei“ sind
  • abtropfen lassen und vorsichtig abtrocknen, hierzu unbedingt saubere und „fusselfreie“ Tücher verwenden

Die Reinigung in der Spülmaschine:

  • die gesamte Maschine (inkl. Sieb, Düsen, Einsätze etc.) muss sauber sein, d.h. auch keine Speisereste in der Maschine.
  • es ist auf die richtige Salz- und Enthärter-Einstellung zu achten
  • falls es kein spezielles Gläser-Programm gibt, sollte das schonendste verfügbare Programm gewählt werden
  • nach dem Spülgang sollte die Maschine sofort geöffnet werden, damit der Wasserdampf entweichen kann und keine Flecken hinterlässt
  • beim Ausräumen darauf achten, keine Fingerabdrücke auf dem Glas zu hinterlassen (sauber Hände, Gläser am Stiel oder Fuß anfassen)
  • sollte nachpoliert werden müssen, unbedingt saubere und „fusselfreie“ Tücher verwenden
  • vor dem Wegräumen bzw. vor der Verwendung der Gläser noch einmal gegen das Licht halten und prüfen

Die Aufbewahrung der Gläser:

  • es empfiehlt sich die Aufbewahrung in einem Schrank, um die Gläser vor Staub, Schmutz etc. zu schützen
  • der Schrank muss dabei unbedingt sauber und „geruchsneutral“ sein
  • die Gläser sollten mit der Öffnung nach oben stehen, sonst beginnt die im Glaskelch eingeschlossene Luft irgendwann „muffig“ zu riechen
  • sollte vor der Verwendung der Gläser dennoch festgestellt werden, dass diese nicht neutral riechen, sollten sie unbedingt ausgeschwenkt oder gar noch einmal gespült werden