Die Rebsorten


In Deutschland werden auf einer Gesamt-Rebfläche von ca. 100.000 ha rund 65% weiße Rebsorten und 35% rote Rebsorten angebaut. Für das Anbaugebiet Franken fällt der Anteil noch deutlicher aus: hier werden zu rund 80% weiße Rebsorten und nur zu rund 20% rote Rebsorten angebaut.
Die für Franken jeweils bedeutendsten Rebsorten möchten wir Ihnen im Folgenden gerne etwas näher bringen:

 


I) Weiße Rebsorten:

Silvaner:
Der Silvaner ist die typisch fränkische Rebsorte schlechthin. Er wurde erstmals 1659 urkundlich erwähnt und wird somit seit über 350 Jahren in Franken angebaut. Knapp ein Viertel der fränkischen Anbau-Fläche ist mit Silvaner-Reben bestockt.

Mit seinem eher fruchtigen, dezent mineralischen Charakter ist er der hervorragende Begleiter zu leichten Gemüsegerichten sowie Huhn und Fisch. Im Frühjahr bietet sich der Silvaner als die ideale Empfehlung zum Spargel an.

Müller-Thurgau:
Die Rebsorte Müller-Thurgau verdankt ihren Namen ihrem „Schöpfer“: Prof. Dr. Hermann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau hat sie im Jahre 1882 in der Forschungsanstalt Geisenheim durch die Kreuzung der Rebsorten Riesling x Madeleine royale geschaffen.
Gelegentlich ist der Müller-Thurgau auch unter dem Namen Rivaner bekannt.
Im Geschmack etwas kräftiger, meist schön fruchtig und mit milder Säure, passt er ideal zu Gemüse, Fisch und Pasta-Gerichten.

Bacchus:
Beim Bacchus handelt es sich um eine Kreuzung aus (Silvaner x Riesling) x Müller-Thurgau aus dem Jahre 1933. Durch Eintrag in die Sortenliste wird der Bacchus 1972 für Deutschland zugelassen und in Franken erstmals im Jahre 1974 von Wolfgang Flammersberger ausgeschenkt.
Die meist etwas kräftigeren Weine harmonieren wunderbar mit asiatischen Gerichten.

Traminer:
Der Traminer ist bereits seit dem 16. Jahrhundert in Deutschland bekannt und fasziniert durch seine intensiven, „blumigen“ Aromen und die milde Säure.
Als feinfruchtige oder edelsüße Spätlese ausgebaut, löst er eine wahre Geschmacks-Explosion mit einer Leberpastete oder einem Roquefort-Käse aus.

 

 

II) Rote Rebsorten:

Domina:
Die Rebsorte Domina wurde 1927 aus Blauer Portugieser x Spätburgunder gezüchtet. Sie ist  eine echte "fränkische Spezialität": mehr als 80 % der in Deutschland angebauten Domina-Trauben wachsen in Franken. Die Weine sind farbintensiv und rassig, meist etwas säure- und leicht gerbstoffbetont.
Die Domina begleitet hervorragend Gerichte, die mit dunklen Saucen serviert werden, z.B. Rinder-Braten oder geschmortes Wild.

 

Spätburgunder:
Ihre ursprüngliche Heimat hat diese Rebsorte im Burgund, in Deutschland wurde der Spätburgunder erstmals im 9. Jahrhundert erwähnt. Die "Königin der roten Rebsorten", auch bekannt unter ihrem internationalen Namen "Pinot Noir" ist ein wahrer Gaumenschmeichler. Dafür stellt sie hohe Ansprüche an Klima und Boden. Nicht selten pflanzt und kultiviert der Winzer seinen Spätburgunder auf den besten Weinbergen und Lagen des Weinguts.

Er harmoniert zu traditionellen Fleisch-Gerichten wie z.B. Kalbfleisch, Schweine- und Sauerbraten.

 

Acolon:
Diese recht junge Rebsorte ist in Weinsberg im Jahr 1971 durch eine Kreuzung aus Lemberger x Dornfelder entstanden. Der Acolon beeindruckt mit seiner enormen Farbintensität und durch sein besonders harmonisches und sanftes Bouquet.

Der Acolon passt ideal zu scharf angebratenem Fleisch, z.B. vom Lamm, mit Paprika-Schoten und Rosmarin-Kartoffeln.

 

Regent:
Die Rebsorte Regent ist ein wahrer Segen für die deutschen Winzer, denn sie ist relativ robust und liefert so meist gute Erträge. Aufgrund ihres interessanten, eher international geprägten Geschmacks erfreut sie sich wachsender Beliebtheit bei Weingenießern und Gourmets.

Als kräftiger, temperamentvoller Wein harmoniert er mit seines Gleichen: Wild-Gerichte, z.B. von Reh und Wildschwein, sind ideale Partner.